7. Juni 2013 bis 06. Juli 2013

Garten-Kunst-Architektur I

Aurelio Kopainig, Dunja Herzog, Barbara Signer

Eröffnung mit Wurst und Bier: Freitag 7. Juni ab 19 Uhr
Finissage 6. Juli mit Fruchtbowle und Führung durch die Ausstellung um 16 Uhr 

Das gemeinsame Ausstellungsprojekt von o.T. Raum für aktuelle Kunst und sic! Raum für Kunst im und um den Kunstpavillon 2013. 

Urban Agriculture, Urban Farming – seit einigen Jahren sind diese Begriffe in aller Munde und haben gar als Fremdwörter Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Gemeint ist das Anpflanzen von Lebensmitteln im urbanen Raum, aber auch das Anlegen von Pflanzgärten in innerstädtischen Brachen. Der in der urbanen Gesellschaft von heute verankerte Ansatz unterscheidet sich grundsätzlich von traditionellen Schrebergarten-Siedlungen, wie sie hierzulande in grösseren Ortschaften anzutreffen sind und wo der Traum des eigenen Hauses mit Umschwung gleichsam im Miniaturformat gelebt wird.

Der Kunstpavillon, der seit 2011 gemeinsam vom sic! Raum für Kunst und vom o.T. Raum für aktuelle Kunst betrieben wird, befindet sich inmitten der Stadt Luzern, nur fünf Gehminuten vom verkehrsgeplagten Pilatusplatz entfernt. Den Pavillon umgeben neben Mehr- und Einfamilienhäusern ein abgeschirmter, beinahe verwunschener, naturbelassener Garten hinter dem Gebäude sowie davor eine von einer Schule erweiterte Pausenplatz-Anlage, eine wenig bewirtschaftete Wiesenfläche sowie ein Schrebergarten, d.h. Garten in unterschiedlichsten kulturellen Ausformulierungen auf kleinstem Raum konzentriert.

Etymologisch leitet sich der Begriff Garten von "Gerte" ab. Gemeint sind Ruten, die zu einem Gehege verflochten ein Feld umfrieden. Das Wort "gerd" oder "gard" bezeichnet "das (mit Gerten) umzäunte Gelände". Ein Garten stellt also einen abgeschirmten Ort dar, einen Hortus Conclusus (Paradiesgärtchen), wie er auch in der Kunst der Altmeister auftaucht. Die Ausstellungsreihe Garten-Kunst-Architektur, die im kommenden Jahr weitergeführt wird, zeichnet nun keinesfalls das Motiv des Gartens in der Kunst nach, sondern versucht anhand verschiedener künstlerischer Interventionen das Thema Garten aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, und zwar sowohl als konkrete Eingriffe in den das Gebäude umgebenden Aussenraum wie auch als künstlerische Reflexion über das Draussen drinnen im Kunstpavillon.