28. March 2020 to 09. May 2020

Rhona Mühlebach – Loch Long

Rhona Mühlebachs (*1990 Thurgau, lebt und arbeitet in Glasgow und Dettighofen) klassisches Filmeschaffen hat sich in den letzten Jahren zu einer experimentellen künstlerische Praxis aus Installation, Video, Audio und Text entwickelt. Ausgangspunkte dafür bieten ihr alltägliche Beziehungen zu Menschen, Tieren, Objekten und Orten, die sie auf narrative Weise zu Porträts an der Schnittstelle von Dokumentation und Fiktion verarbeitet.

Die 4-Kanal-Videoinstallation «Loch Long» ist eine digitale Oper und lehnt sich in ihrem Aufbau an eine griechische Tragödie an. Sie erzählt die tragisch-komische Geschichte der Meeresbucht Loch Long an der Westküste Schottlands und deren Bewohner*innen. Loch Long diente von 1912 bis 1986 als Torpedotestgelände. Von diesen Versuchen zeugen noch zahlreiche Wracks und Überreste. Heute ist das Gebiet ein beliebtes Revier für Sporttaucher. Die Unterwasserwelt – stellvertretend für das Unbekannte – bietet den Ausgangspunkt der Videoarbeit. 

Rhona Mühlebach interessiert sich für zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonist*innen sowie das Verhältnis von Natur und Mensch, Ort und Geschichte. Mit den narrativen Mitteln des Films und der Oper verarbeitet sie diese zu einem poetischen Porträt an der Schnittstelle von Dokumentation und Fiktion: In «Loch Long» werden historische Ereignisse umformuliert und neu interpretiert, wissenschaftliche Fakten in Fragegestellt und fiktive Charaktere hinzugefügt. Entstanden ist eine Parabelüber einen gleichsam faszinierenden wie auch abgründigen Ort.