8. März 2014 bis 29. März 2014

Monika Müller

Terrain Inconnu

Felsige Gebilde, brache Flächen werden von lebendig-wirkenden Wolkenformationen umhüllt. Architektonische Elemente durchbrechen das karge Gelände und begrenzen Wasserflächen.

Monika Müller öffnet im dunklen geschlossenen Raum Ausblicke auf unbekannte Landschaften aus Graphit und Bleistift. Durch das Suffix «–schaft» bildet die Landschaft einen Begriff, der «zu etwas dazugehörend» ausdrückt. Man könnte sagen, alles was zu einem bestimmten Land dazugehört. Wobei «Land» als bestimmter Ort, als Gegensatz zum Meer, als Topographie mit bestimmten Charakterzügen, als Gegensatz zur Stadt verstanden werden kann. In vielen klassischen Landschaftsdarstellungen wird die Natur in verschiedenen Verhältnissen zum Menschen darstellt. Monika Müller bedient sich diesem Motiv, schafft aber anhand formaler Eigenschaften der Landschaft Räume, die an Topographien und Gelände erinnern und keinen spezifischen Ort zeigen. Sie erzeugt Bilder innerer Landschaften.

Am Anfang entstehen schnelle, dynamische Skizzen und Notizen von Orten, die existieren oder im Gedächtnis abgerufen werden. In diesen Skizzen sucht Monika Müller Rhythmen, betont, verwischt, reduziert und abstrahiert. Diese Skizzen werden neu komponiert und zu Studien arrangiert. Nach diesem mehrstufigen Prozess entstehen die grossformatigen Zeichnungen. Im letzten Schritt, in dem die Studien vergrössert werden, findet noch einmal eine Abstraktion statt: Die Arbeiten scheinen sich zu verselbständigen, es entstehen neue Rhythmen und Dynamiken. Mit Bleistift, Graphit und verschiedenem Werkzeug setzt Monika Müller die Arbeiten um: Wie die Instrumente neben dem Operationstisch liegen unterschiedliche Textilien zum Tupfen, Wischen, Auf- und Abtragen neben Stiften, Schablonen, Radiergummis bereit.

Die gezeigten Arbeiten sind Teil der Serie «Terrain Inconnu». Wie die Buchstaben des Alphabets hat Monika Müller ihr Repertoire an Himmelsformationen, Windböen, Topographien, Geländeformationen und geometrischen Elementen zu 16 Szenarien, zu Konstrukten und Architekturen, zusammengeführt. Dabei weisen einige der gezeigten Landschaften ähnliche Elemente auf, derselbe Wind scheint über mehrere Gelände zu fegen. Vielleicht sind sie im Koordinatennetz von Müllers Landschaf- ten nicht weit voneinander entfernt zu finden. Monika Müller zeigt uns nicht nur eigene Landschaften, die sie aus ihrer Erinnerung komponiert. Sondern auch einen bisher unbekannten Blick auf eine reale Landschaft: Der Spion an der Stirnwand des sjc! Elephanthouses ermöglicht den Ausblick auf die Szenerie hinter dem Haus. Diese Sicht, die normalerweise von der Wand versperrt wird, öffnet sich zwischen den Arbeiten.

Monika Müller (*1969) hat ihre Ausbildung an der University of Utah, Salt Lake City und an der Hochschule für Gestaltung und Kunst, Luzern absolviert und ist Mitbegründerin der Alpineum Produzenten Galerie, Luzern. 2005 verbrachte sie ein Atelierstipendium der visarte Zentralschweiz in der Cité des Arts, Paris und war 2011 mit dem Pfeifer-Mobil der Stiftung Otto Pfeifer in Rügen unterwegs. 2009 erschien „Albedo" in der von der Stadt Luzern herausgegebenen Publikations- reihe „Junge Kunst" bei Maniac Press. Sie war mit Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten.

Text: Laura Breitschmid

 

 Website Monika Müller

OFFSüdpol sic!-Elephanthouse Gérald Kurdian:1999
FR / SA / 28. / 29.03.14  | Performance
Eintritt: 10.– Türöffnung 19 h / Beginn 20 h  
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